Für immer neu – Textilrecycling im Fortschritt

Fast Fashion, Berge an überschüssigem Gewand und die enormen ökologischen Auswirkungen der Textilbranche sind uns bekannt. Das amerikanische Start-up evrnu TM hat einen Weg gefunden alte Textilien zu recyclen und aus dem Rezyklat neues Garn zu produzieren. Aus Abfall eine Ressource zu machen, könnte die Branche revolutionieren und einen großen Schritt in Richtung cradle to cradle setzen.

Zahlreiche Dokumentationen auf verschiedenen Kanälen belegen, dass billige Kleidung in Kaufhäusern den Menschen in den Produktionsstätten teuer zu stehen kommt. Untragbare Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und negative Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sind der Preis, der nicht an den Endkonsumenten weitergegeben wird. Die billigen Preise ermöglichen den stetigen Konsum und füllen unsere Kleiderkästen.

Der Wunsch nach neuen, trendigen Outfits ist so alt wie der zivilisierte Mensch selbst.

Unsere Kleidung schützt uns nicht nur vor Kälte oder Sonnenstrahlen, sie kann vieles über Status, Herkunft und Persönlichkeit verraten. Sei es das Band-Shirt, das Polo-Shirt oder die Trachtenbluse – Kleider machen Leute und man wird das Bedürfnis nach Selbstdarstellung nicht aus uns rauspredigen können.Dieses Bedürfnis respektiert die ehemalige Textilhändlerin Tracey Flynn, CEO und Co-Founderin des amerikanischen Technologie-Startups evrnu TM und arbeitet mit ihrem Team an der Idee des Textilrecycling.

Die Idee ist nicht neu, aber die Technologie.

Getragene Kleidung soll gesammelt, getrennt und zerkleinert werden. Der Baumwollanteil wird bis auf seine Moleküle heruntergebrochen und zu einer Pulpe verarbeitet. Diese Masse wird durch eine Art Duschkopf mit variablen Öffnungen gepresst und ein neuer Faden wird extrudiert. Durch die variablen Öffnungen des Extruders können praktisch alle erdenklichen Fäden hinsichtlich Form und Dicke gepresst werden. Die Fäden werden gekämmt und zu Garn gesponnen.

Laut evrnu TM sind die erhaltenen Garne feiner als Seide und stärker als Baumwolle. Sie können somit als Premium-Garn in der Textilindustrie verwendet werden, landen also tatsächlich wieder in einem First-Hand Kleidungsstück und nicht wie bei bisher bekannten Textilverwertungen in Putzlappen oder Dämmstoffen.

Unklar ist jedoch, wie die Sortierung zu Beginn des Prozesses abläuft. Laut amerikanischen Studien bestehen 60% der weltweiten Bekleidung aus erdölbasierten Fäden und 30% aus Baumwollfäden. Beide Arten verlangen unterschiedliche Bearbeitungsprozesse um wiederverwertet zu werden.

Eine effiziente Trennung der Stoffe ist bisher das größte Problem der Rezyclierung von Textilien.

Tracey Flynn ist CEO und Co-Founderin bei evrnu TM in Seattle, Washington. Sie hat an der Pinchot University of Seattle ihren MBA in Sustainable Systems gemacht und während ihrer Studienzeit schon an der Idee gearbeitet. Der weltweit bekannte Konzern Levi Strauss & Co. hat bereits einen Prototypen der 501 Jeans aus recycleten Garn produziert. Weitere Bekleidungskonzerne sind im Gespräch mit Tracey Flynn.

Auch diese Unternehmen arbeiten an der Wiederverwertung von textilem Abfall:

  • Worn Again (UK)
  • Re:Newcell (SWE)
  • VTT (NED)
  • Ambercycle (US)

Du kennst noch andere Unternehmen die textile Abfälle Wiederverwerten? Dann lass es uns wissen und schreib es in einem Kommentar!

Quelle:
http://www.evrnu.com/

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