Wo bleibt der Sommer?

Dicke Wolken bedecken Österreich und lassen jede Menge Regen fallen und das über mehrere Tage bis Wochen. Sonnenstrahlen sind in dieser Zeit eher selten zu sehen.

Ja, Österreich gehört zu den wasserreichsten Ländern der Erde und es ist in den nächsten Jahrzehnten grundsätzlich nicht damit zu rechnen, dass es an Wasser in Österreich fehlen wird. In den letzten Jahrzehnten kam es allerdings in vielen Regionen Österreichs vermehrt zu meteorologischen Extremereignissen (Bspw. Hochwasser und Trockenheit) und die Intensität und Häufigkeit kann in nächster Zeit zunehmen. Die Extremereignisse führen zu Störfällen der Wasserversorgung, so kommt es besonders an sommerlichen Hitzetagen mit Hitzewellen zu einem steigenden Trink- und Brauchwasserbedarf die mit den geringen Niederschlagsmengen zu einer geringeren Neubildung von Grundwasser führen.

Vor allem in Siedlungs- und Industriegebieten wird aktuell noch eine konventionelle Ableitung des Oberflächenwassers (also auch Niederschlagswassers) über die Kanalisation durchgeführt. Bei Extremereignissen wird die Abflussleistung der bestehenden Kanalisation und Kläranlagen überfordert.

Die Versiegelung unserer Böden durch die Errichtung von Gebäuden und Infrastrukturen, haben Konsequenzen für unseren Boden, Luft und das Klima.

Eine Reduzierung der Erholungs- und Naturräume und der Verlust an landwirtschaftlichen Flächen und Böden heißt auch, dass weniger grüne Flächen das Regenwasser speichern. Daraus resultierend kann das Regenwasser nicht über die Vegetation verdunsten und erzeugt negative Effekte auf Temperatur, Luftqualität und Klima. Bei der Verdunstung wird der Umgebung Energie, also Wärme entzogen. Das ist bei sommerlichen Spaziergängen in der Natur spürbar: Bäume und Wiesen sorgen für kühlere Temperaturen dank der Verdunstungskälte.

Durch ein ordentliches Regenwassermanagement ist es möglich, das Niederschlagswasser auch in Städten und grauen Flächen im natürlichen Wasserkreislauf zu belassen. Mehr als 90% der Kanalkapazitäten werden für den Abtransport von Niederschlagsgewässer benötigt und so wird das eigentlich wertvolle Regenwasser ungenützt in die Kläranlagen geschwemmt.

Beispiele für ein nachhaltiges Regenwassermanagement:

  • Gründäche sind in Österreich seit 2010 in der Önorm L 1131 geregelt. Die Önorm unterscheidet zwischen extensiver und intensiver Begrünung.
    Niederwüchsig bepflanzte Dächer, die nicht zur Begehung durch Bewohner vorgesehen sind, sondern als ökologische Ausgleichsfläche zur Kühlung des Gebäudes, Speicherung des Regenwassers und zur allgemeinen Verbesserung des Mikroklimas werden als extensive Begrünung gesehen. Solche Dächer werden meist für Garagen, Einkaufszentren, Industriegebäude gebaut und brauchen kaum Pflege da sie meist mit Stauden oder Gräsern bepflanzt sind.
    Eine intensive Begrünung ermöglicht es den Bewohnern selbst zu Garteln. Mieterdachgärten werden immer beliebter und im Neubau Projekten oft bereits mitgeplant.
  • Teiche oder Wasserbecken ermöglichen die Verdunstung über Wasseroberfläche und Pflanzen. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum.
  • Fassadenbegrünung können mit Regenwasser versorgt werden und sorgen für eine natürliche Kühlung der Gebäude und eine verbesserte Luftqualität.
  • Wasserdurchlässige Alternativen zu Beton und Asphalt (Schotterrasen, Kiesbelag, Geotextilschotter, Rindenhäcksel, Holzpflaster, Holzroste, Rasengittersteine, Rasen- oder Splittfugenpflaster, Porenpflaster oder Steinteppiche, Drainasphalt oder Einkornbeton.

Positive Effekte von Regen:

  • Verdunstungskälte verbessert die Luftqualität und das Stadtklima. Zusätzlich wird durch die erhöhte Luftfeuchte auch mehr Staub gebunden.
  • Versickerung über durchwurzelte Böden reinigt das Wasser.
  • Boden, Pflanzen und Grundwasser werden versorgt.
  • Bewässerung von Pflanzen mit Regenwasser anstelle von Trinkwasser. (Trinkwasser Einsparung!)
  • Niederwasser- und Dürreperioden werden durch Speicherung des Wassers im Boden gemildert.

Keine Sorge, die nächste „Viel-zu-heiß“-Hitzewelle naht! Wer also eine Abkühlung braucht, der freut sich über die paar Regentage im Jahr.

Informative Broschüre zu Regenwassermanagement bietet die MA22 auf https://www.wien.gv.at/wienatshop/Gast_bestellservice/Start.aspx?Artikel=271098

Was passiert eigentlich in Regenwasserarmen Ländern?
In unserem nächsten Blogbeitrag zeigen wir Projekte, die eine effektive Wasserversorgung in Dürre- und trockengebieten ermöglichen. (tba)

Quellen:
https://www.klimawandelanpassung.at/ms/klimawandelanpassung/de/kwa_news/kwa_regenwasser/
https://www.vienna.at/gigantischer-regenwasserspeicher-fuer-die-wienerfeldsiedlung/4321203
https://www.wien.gv.at/umweltschutz/raum/regenwassermanagement.html
https://www.wien.gv.at/umweltschutz/raum/

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